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Bautagebuch im Handwerk: Pflichten, Vorlage & digitale Lösung

Was muss rein, wer muss es führen und wie geht es digital? Mit Vorlage, Praxisbeispiel und App-Vergleich. Stand: März 2026.

Ein Handwerker in grauer Jacke und gelben Handschuhen schaut auf sein Smartphone in einem hellen Raum.

Der Anruf kommt Wochen nach der Abnahme: Der Auftraggeber reklamiert einen Mangel und schiebt ihn deinem Betrieb zu. Du weißt, dass das so nicht stimmt – nur belegen kannst du es gerade nicht. Was an dem fraglichen Tag tatsächlich auf der Baustelle lief, weiß im Detail niemand mehr.

Im Streitfall zählt am Ende nur eines: was dokumentiert wurde. Genau dafür führst du ein Bautagebuch. Es hält fest, was auf der Baustelle passiert ist – täglich, chronologisch, nachvollziehbar.

In diesem Ratgeber erfährst du, ob ein Bautagebuch für dich als Handwerker Pflicht ist, was hineingehört und wie du es mit einer Bautagebuch-App oder einer Vorlage zeitsparend führst – inklusive Muster-Eintrag zum Abschauen und einer kostenlosen Bautagebuch-Vorlage zum Download.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Bautagebuch dokumentiert täglich den Baufortschritt, das Wetter, eingesetztes Personal und besondere Vorkommnisse

  • Bei VOB-Verträgen ist die Dokumentation Pflicht. Auch nach BGB §650g kann sie im Streitfall entscheidend sein

  • Wer keins führt, steht bei Mängeln und Nachträgen oft ohne Beweis da

  • Ein digitales Bautagebuch per App spart pro Eintrag 5 bis 10 Minuten gegenüber Papier

Was ist ein Bautagebuch?

Ein Bautagebuch ist ein chronologischer Bericht über den täglichen Ablauf auf einer Baustelle. Es dokumentiert den Baufortschritt, die Witterung, eingesetzte Arbeitskräfte, gelieferte Materialien und besondere Vorkommnisse. Anders als einzelne Protokolle oder Fotos bildet ein Bautagebuch den gesamten Bauverlauf lückenlos ab.

Der Unterschied zum allgemeinen Begriff Baustellendokumentation ist wichtig. Baudokumentation umfasst alles, was auf einer Baustelle festgehalten wird: Fotos, Mängelprotokolle, Aufmaße, Abnahmeprotokolle. Das Bautagebuch ist ein Teil davon. Es konzentriert sich auf den täglichen Ablauf und hat eine klare rechtliche Funktion.

In der Praxis werden die Begriffe Bautagebuch und Bautagesbericht oft gleichbedeutend verwendet. Streng genommen beschreibt ein Bautagesbericht den Bericht eines einzelnen Tages, während das Bautagebuch die Sammlung aller Tagesberichte über die gesamte Bauzeit meint. Für dich als Handwerker ist die Unterscheidung im Alltag zweitrangig. Entscheidend ist, dass du täglich festhältst, was auf der Baustelle passiert.

Warum lohnt sich der Aufwand? Weil ein Bautagebuch im Streitfall dein wichtigstes Beweismittel ist. Wenn der Auftraggeber drei Monate nach Fertigstellung einen Mangel reklamiert und behauptet, du hättest unsauber gearbeitet, brauchst du Belege. Ein lückenlos geführtes Bautagebuch zeigt, wer wann was gemacht hat. Ohne Dokumentation stehst du mit leeren Händen da.

Abgrenzung: Bautagebuch, Rapportzettel und Regiebericht

Auf der Baustelle gibt es mehrere Dokumente, die leicht verwechselt werden. Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede.


Kriterium  Bautagebuch  Rapportzettel  Regiebericht 
Zweck Tägliche Dokumentation des BaufortschrittsNachweis geleisteter Arbeit (Stunden, Material)Nachweis von Regiearbeiten (ungeplante Zusatzleistungen)
Rechtsgrundlage VOB/B, BGB §650gKeine gesetzliche PflichtVOB/B §2 Abs. 10
Wer führt es? Bauleiter oder ausführender BetriebAusführender BetriebAusführender Betrieb
Wann? Täglich, über die gesamte BauzeitPro Arbeitstag oder pro EinsatzNur bei Regieleistungen
Unterschrift nötig? EmpfohlenVom Auftraggeber gegengezeichnetVom Auftraggeber gegengezeichnet

Alle drei Dokumente können in einem digitalen Baudokumentationssystem zusammenlaufen. Eigene Ratgeber mit Vorlagen findest du zum Rapportzettel im Handwerk und zum Regiebericht bei Regiearbeiten. Welches Dokument du brauchst, hängt von der Situation ab. Auf den meisten Baustellen ist das Bautagebuch die Grundlage. Rapportzettel und Regiebericht kommen zusätzlich zum Einsatz, wenn du Arbeitszeiten oder Zusatzleistungen gesondert nachweisen musst.

Ist ein Bautagebuch Pflicht?

Ob du ein Bautagebuch führen musst, hängt von deinem Vertrag ab. Bei VOB-Verträgen ist es Pflicht, bei reinen BGB-Verträgen nicht zwingend. Auch ohne gesetzliche Vorgabe kann ein Bautagebuch dir im Streitfall den Kopf retten.

VOB/B: Dokumentation als Vertragspflicht

Die VOB/B (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) regelt in §4 die Pflichten des Auftragnehmers. In den Zusätzlichen Vertragsbedingungen (ZVB) wird häufig festgelegt, dass der Auftragnehmer tägliche Bauberichte führen und auf Verlangen wöchentlich übergeben muss. Der ZDB (Zentralverband Deutsches Baugewerbe) geht in seiner Konjunkturprognose 2025/2026 von einem Branchenumsatz von 178 Milliarden Euro aus. Bei dieser Größenordnung ist lückenlose Dokumentation keine Kür, sondern Notwendigkeit.

Bei öffentlichen Aufträgen ist die Bautagebuch-Pflicht Standard. Viele private Auftraggeber und Generalunternehmer vereinbaren die VOB/B ebenfalls als Vertragsgrundlage. Wenn du als SHK-Betrieb, Elektriker oder Trockenbauer für einen Generalunternehmer arbeitest, steht die Dokumentationspflicht fast immer im Vertrag.

BGB §650g: Bauvertragsrecht seit 2018

Seit Januar 2018 gibt es im BGB eigene Regelungen für Bauverträge. §650g BGB regelt die Zustandsfeststellung bei verweigerter Abnahme. Das Bautagebuch selbst wird im BGB nicht explizit verlangt. Wenn es zum Streit über Mängel kommt und du den Zustand der Baustelle zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht belegen kannst, wird es schwierig.

Der BGH hat in einem Urteil vom 28.07.2011 (Az. VII ZR 65/10) klargestellt, dass ein Bautagebuch nicht nachträglich erstellt werden kann. Sein Wert liegt gerade darin, dass es zeitnah geführt wird. Ein Dokument, das erst nach dem Rechtsstreit auftaucht, hat vor Gericht kaum Beweiskraft.

HOAI: Pflicht für Architekten und Bauleiter

Nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) gehört das Führen eines Bautagebuchs zu den Grundleistungen der Leistungsphase 8 (Bauüberwachung). Das betrifft dich als Handwerker nicht direkt. Es erklärt aber, warum viele Bauleiter ein Bautagebuch verlangen: Für sie ist es berufliche Pflicht.

💡 Tipp: Auch wenn du als ausführender Handwerker nicht zur Führung verpflichtet bist, lohnt sich ein eigenes Bautagebuch. Es schützt dich bei Gewährleistungsansprüchen, Nachträgen und Zahlungsstreitigkeiten. Die BG BAU empfiehlt die Dokumentation zudem für den Nachweis von Arbeitsschutzmaßnahmen.

Was gehört in ein Bautagebuch?

Ein Bautagebuch muss vollständig, verständlich und zeitnah geführt werden. Es geht nicht darum, einen Roman zu schreiben. Kurze, klare Einträge reichen aus. Die richtigen Informationen müssen aber drin stehen. Eine gute Bautagebuch-Vorlage hilft dir dabei, nichts zu vergessen.

Pflichtangaben im Bautagebuch

Diese Angaben gehören in jeden Tageseintrag:


Angabe  Beispiel 
Datum und Uhrzeit Di, 12.03.2026, 07:00 bis 16:30 Uhr
Witterung Bewölkt, 8 °C, kein Niederschlag
Eingesetztes Personal 2 Gesellen, 1 Auszubildender
Ausgeführte Arbeiten Heizungsrohre EG verlegt, Durchbrüche geschlossen
Gelieferte Materialien 120 m Kupferrohr 22 mm, 8 Stk. Winkel 90°
Eingesetztes Gerät Pressmaschine, Kernbohrgerät
Fremdfirmen vor Ort Elektro Müller (Kabelverlegung EG)
Besondere Vorkommnisse Verzögerung durch fehlende Deckenöffnung in Achse C3
Anweisungen und Besuche Bauleiter Herr Schmidt vor Ort, Freigabe Strangführung OG
Fotos 4 Stk. (Rohrleitungsführung EG, Durchbruch Achse C3)

Checkliste für den täglichen Eintrag

Druck dir diese Liste aus oder speichere sie auf dem Handy:

  • ☐ Datum, Start- und Endzeit

  • ☐ Wetter (Temperatur, Niederschlag, Wind)

  • ☐ Anwesende Mitarbeiter (Anzahl und Namen)

  • ☐ Durchgeführte Arbeiten (Gewerk, Bereich, Fortschritt)

  • ☐ Angelieferte Materialien (Menge und Art)

  • ☐ Andere Gewerke vor Ort

  • ☐ Störungen, Verzögerungen, Änderungen

  • ☐ Besuche (Bauleiter, Bauherr, Behörden)

  • ☐ Fotos mit Beschreibung

  • ☐ Unterschrift oder digitale Bestätigung

Ein Punkt, der in der Praxis leicht untergeht: Auch Leerlauf gehört dokumentiert. Wenn du nicht arbeiten kannst, weil Material fehlt oder ein anderes Gewerk im Weg ist, schreib es auf. Genau diese Einträge können bei Nachtragsforderungen Gold wert sein.

Wer eine Bautagebuch App nutzt, bekommt automatische Erinnerungen an fehlende Felder. So bleibt kein Eintrag unvollständig. Viele Apps bieten außerdem Sprachnotizen: Du diktierst deinen Tagesbericht und die App wandelt ihn in Text um. Das ist schneller als Tippen und funktioniert auch mit dreckigen Händen auf der Baustelle.

Noch ein Hinweis zum Thema Fotos: Nummeriere oder beschrifte deine Bilder so, dass du sie später dem richtigen Tag und dem richtigen Bereich zuordnen kannst. Ein Foto namens IMG_4711 hilft niemandem. Ein Foto mit der Beschreibung "12.03.2026, EG, Strang 3, Rohrleitungsführung vor Verschluss" ist vor Gericht verwertbar.

⚠️ Achtung: Einträge sollten nicht nachträglich geändert werden. Korrekturen müssen als solche erkennbar sein. Durchstreichen und neu schreiben ist in Ordnung. Einfach überschreiben nicht.

HOAI: Pflicht für Architekten und Bauleiter

Nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) gehört das Führen eines Bautagebuchs zu den Grundleistungen der Leistungsphase 8 (Bauüberwachung). Das betrifft dich als Handwerker nicht direkt. Es erklärt aber, warum viele Bauleiter ein Bautagebuch verlangen: Für sie ist es berufliche Pflicht.

💡 Tipp: Auch wenn du als ausführender Handwerker nicht zur Führung verpflichtet bist, lohnt sich ein eigenes Bautagebuch. Es schützt dich bei Gewährleistungsansprüchen, Nachträgen und Zahlungsstreitigkeiten. Die BG BAU empfiehlt die Dokumentation zudem für den Nachweis von Arbeitsschutzmaßnahmen.

So sieht ein Bautagebuch-Eintrag aus: Praxisbeispiel

Theorie hilft nur bedingt. Hier ist ein konkreter Eintrag, wie er in der Praxis aussehen könnte. Das Beispiel zeigt, wie wenig Aufwand ein vollständiger Tagesbericht tatsächlich erfordert.

Praxisbeispiel: Markus, SHK-Meister aus Nürnberg, führt einen Betrieb mit 4 Mitarbeitern. Er arbeitet als Nachunternehmer auf einem Neubauprojekt mit 12 Wohneinheiten. Sein Auftraggeber ist ein Generalunternehmer, der VOB/B vereinbart hat. Markus führt sein digitales Bautagebuch seit letztem Jahr per App auf dem Smartphone. Hier ist ein typischer Eintrag aus seiner Bautagebuch-App.

Bautagebuch, Eintrag Nr. 47


Feld  Eintrag 
Projekt Neubau MFH Schillerstraße 12, Nürnberg
Datum Dienstag, 12.03.2026
Arbeitszeit 07:00 bis 16:30 Uhr (inkl. 30 Min. Pause)
Witterung Bewölkt, 8 °C, trocken, leichter Wind
Personal Markus (Meister), Stefan (Geselle), Lisa (Gesellin), Tom (Azubi, 3. Lehrjahr)
Ausgeführte Arbeiten Heizungsrohre Erdgeschoss komplett verlegt (Stränge 1 bis 4). Fußbodenheizungsverteiler WE 1 und WE 2 montiert. Durchbrüche in Achse B2 und C3 nach Verlegung verschlossen.
Material 120 m Kupferrohr 22 mm, 80 m Verbundrohr 16 mm, 8 Stk. Winkel 90°, 2 Stk. Heizkreisverteiler 8-fach
Geräte Pressmaschine Rothenberger, Kernbohrgerät Hilti DD 150
Andere Gewerke Elektro Müller GmbH (Kabelverlegung EG), Estrichleger ab nächster Woche erwartet
Verzögerungen Deckenöffnung in Achse C3 war nicht vorbereitet (Rohbau). Öffnung von uns selbst erstellt. Zeitverlust ca. 45 Min.
Besuche Bauleiter Herr Schmidt um 10:15 Uhr. Freigabe für Strangführung OG erteilt. Änderung: Strang 5 wird um 20 cm nach Osten versetzt (mündliche Anweisung, schriftliche Bestätigung angefordert).
Fotos 4 Stk. (IMG_1201 bis IMG_1204): Rohrleitungsführung EG Strang 1 bis 4, verschlossener Durchbruch C3
Hinweise Schriftliche Bestätigung für Versetzung Strang 5 noch ausstehend. Nachtrag für Kernbohrung Achse C3 vorbereiten.

HOAI: Pflicht für Architekten und Bauleiter

Dieser Eintrag dauert mit einer Bautagebuch App etwa 10 Minuten. Auf Papier wären es 20 Minuten. Der Vorteil: Wenn drei Monate später ein Mangel am Fußbodenheizungsverteiler auftaucht, kann Markus genau belegen, wann und von wem die Montage durchgeführt wurde. Weil er den Eintrag am selben Tag erstellt hat, ist das Dokument vor Gericht glaubwürdig.

Die Verzögerung durch die fehlende Deckenöffnung hat Markus sofort festgehalten. Wenn er später einen Nachtrag für die Kernbohrung stellt, hat er den Beleg schwarz auf weiß. Auch die mündliche Anweisung des Bauleiters zur Versetzung von Strang 5 ist dokumentiert. Ohne diese Notiz wäre es Aussage gegen Aussage.

Markus fotografiert außerdem die verlegten Leitungen, bevor sie vom Estrich verdeckt werden. Diese Fotos ordnet er in seiner App dem jeweiligen Tageseintrag zu. So kann er später genau nachweisen, wo welche Leitung liegt. Bei einer Bauabnahme sind solche Aufnahmen oft entscheidend.

Bautagebuch-Vorlage und digitale Alternativen

Nicht jeder Betrieb braucht sofort eine App. Wenn du erst einmal anfangen willst, reicht eine einfache Bautagebuch-Vorlage. Die kannst du dir als PDF oder Excel herunterladen und direkt nutzen. Wer das Bautagebuch regelmäßig auf mehreren Baustellen führt, sollte sich aber eine digitale Lösung anschauen.

Bautagebuch-Vorlage: Was muss rein?

Eine brauchbare Bautagebuch-Vorlage enthält mindestens diese Felder:

  • Projektdaten (Bauvorhaben, Adresse, Auftraggeber)

  • Datum und Kalenderwoche

  • Wetterdaten (Temperatur, Niederschlag)

  • Personal (Anzahl, Gewerke)

  • Ausgeführte Arbeiten

  • Material und Lieferungen

  • Andere Gewerke vor Ort

  • Besondere Vorkommnisse und Störungen

  • Fotos (Platzhalter oder Referenz)

  • Unterschrift

Eine PDF-Vorlage eignet sich für einzelne Projekte und kleine Baustellen. Du druckst sie aus, füllst sie handschriftlich aus und heftest sie ab. Eine Excel-Vorlage ist flexibler: Du kannst Spalten anpassen, Einträge filtern und die Datei in der Cloud speichern.

Achte darauf, dass deine Bautagebuch Vorlage alle Pflichtangaben abdeckt. Die Tabelle im vorherigen Abschnitt zeigt dir, welche Felder nicht fehlen dürfen. Eine unvollständige Vorlage führt zu unvollständigen Einträgen. Und ein Bautagebuch mit Lücken verliert im Streitfall an Beweiskraft.

Wenn du eine Bautagebuch Vorlage als PDF nutzt, scanne die ausgefüllten Blätter regelmäßig ein und speichere sie digital. So hast du ein Backup, falls das Papier auf der Baustelle verloren geht oder beschädigt wird. Viele Handwerksbetriebe starten mit einer Bautagebuch Vorlage und wechseln nach ein paar Wochen auf eine App, weil der Aufwand mit Papier einfach höher ist.

Drei Wege zum digitalen Bautagebuch

Ein digitales Bautagebuch spart Zeit und ist leichter durchsuchbar. Wenn du drei Baustellen gleichzeitig betreust und nach sechs Monaten einen bestimmten Eintrag finden musst, wird es auf Papier mühsam. Drei Varianten stehen dir zur Verfügung:

  1. Excel oder Google Sheets. Der einfachste Einstieg. Kostenlos, flexibel, überall verfügbar. Der Haken: Fotos lassen sich schlecht einbinden, und bei mehreren Projekten wird es schnell unübersichtlich. Für den Anfang oder für einzelne Projekte reicht Excel aus.

  2. Spezialisierte Bautagebuch App. Apps wie BauDoc, Capmo oder PlanRadar bieten Foto-Integration, GPS-Standort, Vorlagen und Export als PDF. Die Kosten liegen bei 20 bis 80 Euro pro Monat. Diese Bautagebuch App Lösungen sind für Betriebe sinnvoll, die ausschließlich Baudokumentation digitalisieren wollen.

  3. Handwerkersoftware mit Baudoku-Funktion. Wenn du bereits eine Software für Angebote, Rechnungen und Zeiterfassung nutzt, prüfe, ob sie Baustellendokumentation per App mitbringt. Bosch OfficeOn ordnet zum Beispiel Fotos, Notizen und Zeiteinträge direkt dem Projekt zu. Du brauchst dann keine extra Bautagebuch App und hast alles an einem Ort.

Vergleich: Analog vs. Digital


Kriterium  Papier  Excel  App oder Software 
Zeitaufwand pro Eintrag 15 bis 25 Min.10 bis 15 Min.5 bis 10 Min.
Fotos einbinden Nein (extra Ordner)SchwierigJa, direkt
Durchsuchbarkeit NeinJaJa
Zugriff unterwegs Nur vor OrtMit CloudJa, per Handy
Kosten Quasi 0 €0 €0 bis 80 €/Monat pro Nutzer
Rechtssicherheit Hoch (Original)MittelHoch (Zeitstempel, Versionierung)

Für einen Betrieb mit 2 bis 5 Mitarbeitern und mehreren parallelen Baustellen lohnt sich eine digitale Lösung fast immer. Die Zeitersparnis von 10 Minuten pro Eintrag summiert sich: Bei 20 Arbeitstagen im Monat und 2 Baustellen sind das über 6 Stunden weniger Dokumentationsaufwand. Stunden, die du auf der Baustelle verbringen kannst statt am Schreibtisch.

Worauf muss ich beim Datenschutz achten?

Sobald du ein digitales Bautagebuch führst und Fotos machst, spielt Datenschutz eine Rolle. Das gilt besonders, wenn auf den Bildern Personen erkennbar sind: Mitarbeiter, Subunternehmer oder der Bauherr. Die DSGVO verlangt für jede Verarbeitung personenbezogener Daten eine Rechtsgrundlage.

Für Baustellenfotos mit Personen kommen zwei Rechtsgrundlagen in Frage:

  • Art. 6 Abs. 1 lit. c DSGVO (rechtliche Verpflichtung): Wenn die Dokumentation vertraglich oder gesetzlich vorgeschrieben ist, zum Beispiel durch VOB, darfst du Fotos zur Dokumentation machen.

  • Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse): Die Baudokumentation dient deinem berechtigten Interesse an der Beweissicherung.

In beiden Fällen musst du deine Mitarbeiter über die Datenverarbeitung informieren. Ein kurzer Hinweis in der Datenschutzerklärung oder im Arbeitsvertrag reicht aus.

Vier Praxis-Tipps für datenschutzkonformes Dokumentieren

  1. Zweck festlegen: Fotos dienen der Baudokumentation, nicht der Überwachung. Das klar kommunizieren.

  2. Gesichter vermeiden: Wenn möglich, Fotos so aufnehmen, dass Personen nicht erkennbar sind. Es geht um die Baustelle, nicht um die Leute.

  3. Cloud-Anbieter prüfen: Wenn du Fotos in einer Cloud speicherst, achte darauf, dass der Anbieter Server in der EU betreibt. Die Handwerkskammer berät dazu kostenlos. Achte auch darauf, wer Zugriff auf die gespeicherten Daten hat: Nur berechtigte Personen sollten die Einträge einsehen können.

  4. Löschfristen beachten: Daten aus dem Bautagebuch nach Ablauf der Gewährleistungsfrist plus Aufbewahrungsfrist löschen. Bei VOB-Verträgen sind das in der Regel 4 Jahre Gewährleistung plus 10 Jahre Aufbewahrung nach GoBD. Markiere dir im Kalender, wann die Frist für jedes Projekt abläuft.

⚠️ Achtung: GPS-Tracking von Mitarbeitern über eine Bautagebuch-App ist datenschutzrechtlich heikel. Wenn die App den Standort der Mitarbeiter aufzeichnet, brauchst du dafür eine gesonderte Rechtsgrundlage und musst den Betriebsrat (falls vorhanden) einbeziehen.

Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Bei Fragen zum Datenschutz auf der Baustelle wende dich an deine Handwerkskammer oder einen Datenschutzbeauftragten. Viele Handwerkskammern bieten kostenlose Erstberatungen zum Thema Datenschutz an, die speziell auf kleine Betriebe zugeschnitten sind.

Fazit: So startest du mit deinem Bautagebuch

Ein Bautagebuch kostet dich 5 bis 15 Minuten am Tag. Es kann dir tausende Euro sparen. Bei Mängelstreitigkeiten, Nachtragsforderungen oder einer Bauabnahme ist ein lückenlos geführtes Bautagebuch dein stärkstes Beweismittel.

Die drei wichtigsten Punkte:

  • Prüfe deinen Vertrag. Steht VOB/B drin, ist die Dokumentation Pflicht. Auch bei BGB-Verträgen lohnt sich ein Bautagebuch zur eigenen Absicherung. Denn ohne Dokumentation stehst du bei jedem Streit mit leeren Händen da.

  • Halte es einfach. 10 Zeilen pro Tag reichen. Datum, Wetter, Personal, Arbeiten, Besonderheiten. Fertig. Kein Roman. Das Praxisbeispiel oben zeigt, wie ein vollständiger Eintrag aussieht.

  • Geh digital. Eine Bautagebuch App oder eine Handwerkersoftware wie Bosch OfficeOn spart dir pro Eintrag 10 Minuten. Bei 20 Arbeitstagen im Monat und zwei Baustellen sind das über 6 Stunden weniger Schreibtischarbeit. Diese Zeit kannst du auf der Baustelle verbringen oder früher Feierabend machen.

Der Einstieg ist einfach: Lade dir eine kostenlose Bautagebuch Vorlage herunter und fülle sie morgen auf deiner nächsten Baustelle aus. Wenn du merkst, dass Papier zu umständlich ist, probiere eine App. Die meisten Anbieter bieten Testphasen an.

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Häufig gestellte Fragen

Hier findest du Antworten auf die häufigsten Fragen rund um das Thema Bautagebuch. Von der Pflicht über die richtige Aufbewahrung bis zur passenden App für deinen Betrieb.

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